Die Übergabe
Am Tag der Abgabe bekommen Sie Unterlagen in die Hand. Meist mehr, als Sie in dem Moment lesen können. Erst später stellt sich heraus, was davon etwas beweist.
Der Inhalt
Sechs Unterlagen, sortiert nach dem, was sie tatsächlich wert sind. Tippen Sie auf einen Reiter.
Ist sofort erledigt
Jeder Hund muss gekennzeichnet und in der Heimtierdatenbank registriert sein, nach § 24 TSchG spätestens vor der ersten Weitergabe. Der Chip allein genügt also nicht; er muss auch eingetragen sein.
Bei einem ZEUS-Züchter ist dieser Weg vorbereitet: Die Registrierbestätigung liegt bereits vor, wenn der Welpe zum Chippen kommt. Die Tierärztin oder der Tierarzt setzt den Chip und nimmt eine Kopie des Formulars zu den eigenen Unterlagen. Damit ist der Eintrag belegt, bevor irgendjemand nachfragen muss.
Und die Ummeldung auf den neuen Besitzer passiert auch schon während der Übernahme des Welpen: Möglich ist das, weil die Anwendung über TierChip.at an die österreichische Heimtierdatenbank angebunden ist. Sie fahren also nicht mit einer offenen Meldung nach Hause.
Muss dabei sein
Das einzige Dokument im ganzen Stapel, das Sie selbst überprüfen können, ohne jemanden fragen zu müssen.
Es bestätigt nicht das Aussehen des Welpen, sondern dass die Voraussetzungen erfüllt und geprüft wurden. Den Code tippen Sie ein. Die Nummer steht auf der Urkunde, denn ein selbst eingegebener Code kann Sie nicht auf eine gefälschte Seite umleiten.
Und weil dieses eine Blatt die Prüfung der Elterntiere bereits voraussetzt, ist es die eigentliche Substanz des Stapels. Alles andere beschreibt den Hund. Nur das Zertifikat sagt etwas über das, was vor ihm war.
Steckt schon im Zertifikat
Untersucht wird nicht der Welpe. Der ist für die meisten Befunde noch zu jung. Untersucht werden die Eltern: Gelenke, Augen, Herz, Kniescheiben, Gehör und die Gentests, die für diese Rasse vorgeschrieben sind.
Diese Befunde müssen Sie aber nicht selbst durchsehen und beurteilen. Genau das ist die Aufgabe von ZEUS und die Bedingung für das Zertifikat: Erst werden die Elterntiere untersucht und erhalten, jedes für sich, ihr Zuchttauglichkeitszertifikat. Dann wird geprüft, ob diese beiden Tiere miteinander verpaart werden dürfen. Erst wenn beides zusammenpasst, bekommt der Welpe sein Qualzuchtpräventionszertifikat mit dem Siegel.
Und zwar für beide Elterntiere, auch wenn der Rüde jemand anderem gehört oder im Ausland steht. Ohne beide Zuchttauglichkeitszertifikate gibt es für den Welpen keines.
Statt Blätter zu beurteilen, die Sie nicht einordnen können, prüfen Sie deshalb einen Code.
Bei einem Rassehund
Sie belegt die Abstammung über mehrere Generationen. Ohne sie ist ein Hund kein nachweisbarer Rassehund. Und ohne bekannte Rasse lässt sich gar nicht bestimmen, welche Untersuchungen überhaupt nötig gewesen wären.
Achten Sie darauf, dass sie bei der Übergabe dabei ist. „Kommt nach“ ist die häufigste Auskunft, die nie eingelöst wird.
Lücken sind dabei kein Makel: In vielen Ahnentafeln sind einzelne Groß- oder Urgroßeltern unbekannt. Für das Qualzuchtpräventionszertifikat ändert das nichts: Es beruht auf den Untersuchungen der beiden Elterntiere, nicht darauf, wie weit die Tafel zurückreicht.
Ohne geht es nicht
Der Impfpass gehört bei der Übergabe dazu, ebenso eine Entwurmung unmittelbar davor. Beides mit Datum und vom Tierarzt bestätigt, nicht handschriftlich auf einem Zettel des Züchters.
Bei jeder Impfung untersucht der Tierarzt den Welpen ohnehin klinisch. Manche Züchter lassen sich das zusätzlich als „Gesundheitszeugnis“ bestätigen. Das ist nicht falsch, es sagt nur nicht mehr aus als die Untersuchung selbst.
Eine Garantie ist es ohnehin nicht: Ein Welpe wird weder bildgebend untersucht noch bekommt er ein großes Blutbild. Was sich an einem acht Wochen alten Hund überhaupt feststellen lässt, ist begrenzt. Deshalb entscheidet, was bei den Elterntieren geprüft wurde.
Dazu gehört auch alles, was krankheits- oder unfallbedingt ungewöhnlich aussieht. Ein Welpe mit verkürzter Rute etwa, weil sie bei der Geburt verletzt wurde, braucht dafür eine tierärztliche Bestätigung. Sie muss mit dem Hund wandern, weil sie sich später nicht mehr herstellen lässt.
Beides, nicht eines
Das wird oft verwechselt. Sie brauchen beides, und jedes davon leistet etwas anderes.
Der schriftliche Kaufvertrag hält fest, wer Ihnen diesen Hund verkauft hat: Namen und Anschrift beider Seiten, Chipnummer, Abgabedatum, Preis. Er darf die Gewährleistung nicht einfach ausschließen: Solche Klauseln sind beim Kauf von einem Züchter unwirksam, auch wenn sie im Vertrag stehen.
Die Rechnung ist kein Ersatz dafür und umgekehrt. Sie muss eine fortlaufende Nummer tragen, den vollen Namen und die Anschrift des Züchters nennen und seine Steuernummer ausweisen.
Was fehlen darf
Futterproben, ein Fütterungsplan, eine Decke mit dem Geruch der Wurfkiste, ein Spielzeug, eine Erziehungsbroschüre. All das ist nett und spricht für Sorgfalt.
Ein Gedanke zur Decke, die nach der Mutter riecht: Der Tag verläuft gut. Der Welpe schläft auf der Fahrt ins neue Zuhause. Dort wartet seine Familie auf ihn, er erkundet alles Neue, alle spielen mit ihm, er ist im Paradies. Dann wird er müde, frisst etwas und schläft ein. Halt — was riecht er da? Die Decke riecht nach seiner Mutter. Ja genau, jetzt erinnert er sich: Seine Mutter ist nicht da. Er springt auf und beginnt sie zu suchen. Jetzt ist er nicht mehr müde, sondern traurig.
Am Ende zählen nicht die Beigaben zum Hund, sondern ob ein bestimmtes Zertifikat dabei ist, das Ihnen die bestmögliche Sicherheit gibt.
Vor dem Wurf
Seit 2025 verlangen §§ 22a und 22b des Tierschutzgesetzes von Züchterinnen und Züchtern ein bewertetes Qualzucht-Präventionskonzept je Rasse. ZEUS begleitet sie durch diesen Prozess — bis zur Einreichung bei der Qualzucht-Kommission der Veterinärmedizinischen Universität Wien.
Der Sinn davon: Die Prüfung findet vor dem Wurf statt, nicht bei Ihnen am Küchentisch. Erst die Untersuchungen der Elterntiere, dann die Zuchttauglichkeit für jedes der beiden, dann die Verpaarung, und erst wenn das zusammenpasst, das Zertifikat für den Welpen. Fehlt ein Glied, entsteht keines.
Für Sie endet das an dem Punkt, an dem Sie am Tisch sitzen und einen Stapel Papier vor sich haben. Der Hund wartet daneben — und er wird Sie viele Jahre begleiten.
Weitergeben
Die meisten erfahren erst am Übergabetag, welche Papiere gefehlt haben. Wer die Liste vorher kennt, fragt rechtzeitig danach — geben Sie diese Seite an jemanden weiter, der demnächst einen Welpen abholt.